Dienstag
Nachdem ich den letzten Blog-Beitrag am Montagabend veröffentlicht habe, waren wir sehr positiv gestimmt, die Woche durchzuhalten und empfanden das Hungergefühl als nicht zu präsent. Doch bereits Dienstagfrüh änderte sich das. Es traf uns tatsächlich auch so, wie es einige Teilnehmer prophezeit haben: „Tag 2 und 3 sind am schlimmsten!“. Das Hungergefühl ist allgegenwärtig. Was uns jedoch vor allem früh noch mehr zu schaffen macht, ist Antriebslosigkeit, da der Körper unter anderem auch den Kreislauf herunterfährt. Das gestrige Blutdruckmessen hat dies bei mir auch bestätigt. Google nach zu urteilen bin ich mit einem Ruhepuls von 44 Schlägen in der Minute nur 5 Schläge über dem Niveau, bei dem man sich über einen Herzschrittmacher Gedanken machen sollte. Schön, wie einem das Internet immer ein gutes Gefühl gibt.
Um am frühen Morgen trotzdem aus dem Bett zu kommen war es für uns absolut hilfreich eine Morgenroutine einzuhalten, die den Kreislauf anregt. Also steht jeden Morgen zwischen 7:30 Uhr (Aufstehen) und 9:00 Uhr (gemeinschaftlicher Morgentee) folgendes bei uns auf dem Plan:
- Ein großes Glas Wasser trinken (um dem Körper genügend Flüssigkeit zu geben).
- Trockenbürsten – hier wird der gesamte Körper mit einer Bürste immer zum Herzen trocken abgebürstet.
- Eine kalte Dusche, nach der man sich mit den Händen abstreift und nicht abtrocknet.
- Die feuchte Haut des Körpers mit einem Körperöl einölen.
- Öl ziehen – dabei nimmt man einen kleinen Schluck Speiseöl (wir haben Kokosöl genommen) in den Mund und spült damit für 10 Minuten den Mund durch. Wie richtig gespült wird, ist im Video zu sehen.
- Einige Dehnübungen in Form von Pilates oder auch Yoga.
Nach dieser Routine fühlt man sich schon deutlich besser und hat auch Kraft geschöpft für den anstehenden Tag. Am Dienstag haben wir uns dennoch nicht stark genug gefühlt die anstehende Wanderung um 10 Uhr mitzumachen (Ich habe unseren Wochenplan auch noch einmal unten mit hinzugefügt). Wir haben alternativ einen kleinen Spaziergang in die Stadt von Tambach-Dietharz gemacht, um den Kreislauf in Schwung zu halten. Das Wetter war wie immer kalt, aber sonnig und wolkenlos. Wenn man die ersten Schritte gemacht hat, wird es auch einfacher. Absolut kontraproduktiv war jedoch, dass wir direkt am Dorffleischer vorbeigelaufen sind, der natürlich auch entsprechend gerochen hat. Da kamen bei Alina und auch bei mir schon wieder Gelüste im Kopf hoch… Die Essensliste des Begehrens wurde also um eine Rostbratwurst, einen Athen-Teller beim Griechen, Spaghetti Carbonara und eine große Pizza ergänzt. Die unfassbar schöne Natur hilf jedoch auch dabei, das Essen aus den Gedanken zu verdrängen.






Ein paar Eindrücke des heutigen Tages
Nach der Rückkehr Mittags gab es einen Gemüsesaft, der zwar lecker aber nicht wirklich befriedigend war. Nachmittags überwog dann die Erschöpfung und wir haben mit einem schönen, warmen Leberwickel im Bett ausgeharrt und uns noch etwas mit Würfelspielen und Rommé im Wintergarten beschäftigt. Mit dem flüssigen „Abendbrot“ verhielt es sich dann auch wie mit dem Mittag. Man hat Hunger und es wird am großen Essenstisch die klare, geschmacklose Brühe ausgeschenkt. Davon werden auch gern mal 2 Tassen genommen, aber wirklich befriedigend ist das natürlich nicht. Die Brühe ist meist so klar, dass man denkt, der Tee sei dickflüssiger.



Abends hatten wir noch einen Workshop mit Kräuterhexe Sylke aus dem Dorf. Man konnte hier viel über die verschiedenen heilenden Wirkungen der heimischen Kräuter lernen. Es ist schon erstaunlich wie viele Pflanzen für uns Unkraut sind, welche jedoch als Körper- oder Speiseöl, als Tee oder sogar im Essen eine positive Wirkung entfalten können. Zum Beispiel kann bei Neurodermitis ein selbst angesetztes Vogelmierenöl helfen. Zudem kann ein Cayennepfeffer- oder auch ein Chillipulveröl auf einem Küchenpapier eine gute natürliche Alternative zum Wärmepflaster darstellen. Wir konnten zudem noch einen eigenen Schlehenessig sowie ein Körperöl ansetzen.

Mittwoch
Der Mittwoch hat für uns die Halbzeit eingeläutet. Die Morgenroutine fiel auch an diesem Morgen wieder sehr schwer… Es ist Wahnsinn, wie kraftlos wir uns gerade am frühen Morgen fühlten. Da Aufgeben keine Option ist, hieß es einmal mehr die Pobacken zusammenkneifen und weitermachen. Beim Morgentee haben wir uns sehr schlapp gefühlt. Alina konnte sich dennoch motivieren, an der Bauch-Beine-Po-Einheit teilzunehmen. Sie kam nach einer Stunde sehr motiviert, fit und voller Tatendrang zurück, während ich mir etwas Zeit für diesen Beitrag nehmen konnte. Um sich im Anschluss richtig zu entspannen, haben wir uns jeweils eine 1-Stündige Rücken- und Kopf-Gesichtsmassage gebucht, welche wir noch am Vormittag angetreten sind.
Nachmittags hat es uns dann nicht mehr im Hotel gehalten und wir beschlossen nach Schmalkalden zu fahren, um dort die Viba Erlebniswelt zu besuchen (Viba ist ein bekannter Hersteller von Nougat, Pralinen und Co.). Auch wenn wir uns damit natürlich großen Versuchungen aussetzen, waren wir uns beide sicher, dass uns nicht das Süße, sondern eher das Herzhafte anspricht. Dort angekommen, duftete alles sehr süß und lecker und man bekam schon etwas Lust auf naschen. Wir sind standhaft geblieben auch wenn wir einige Momente still in den Schokobrunnen für Kostproben starrten. Nach dem Besuch der Ausstellung haben wir uns noch ein kleines Leckerli als Belohnung, wenn wir das Fasten durchgestanden haben, mitgenommen. Unsere Belohnung haben wir natürlich im Auto gelassen, sodass hier keine Gefahr besteht.




Wieder im Hotel angekommen, haben wir mit den anderen Teilnehmern die Abendbrühe „gegessen“. Da am Abend der Holzschmuckhersteller leider nicht kommen konnte, hat sich Teilnehmer Stefan bereiterklärt eine längere Pilatesstunde zu geben, der wir uns angeschlossen haben. Ausklingen ließen wir den Abend wie immer mit einem Fußbad gespickt mit Natron, bevor wir uns schlafen legen.
Zu unserer Gefühlslage können wir nun sagen, dass wir vermutlich über den Berg sind. Der Appetit auf unserer Liste des Begehrens ist zwar nach wie vor hoch, aber nicht mehr so präsent wie am Montag oder Dienstag. Von daher sind wir positiv gestimmt, auch die letzten Tage noch durchzustehen.
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